Gründung des Campus

Unternehmensgründung: Food & Energy Campus Groß-Gerau Verwaltungs GmbH

Ziel des Unternehmens ist es, am Standort der Biogasanlage Groß-Gerau eine ressourceneffiziente Lebensmittelerzeugung aufzubauen. Mit der konsequenten Nutzung biologischer Stoffkreisläufe, dem bedarfsgerechten Einsatz Erneuerbarer Energien und unter Verwendung innovativer Technologien und Methoden erfolgt die Erzeugung von Obst, Gemüse und Fischen für den regionalen Markt CO2-neutral, ökologisch und ohne umweltschädliche Reststoffe.

Drei innovative Unternehmer aus den Bereichen der Aquakultur, der Erneuerbaren Energien und der ökologischen Landwirtschaft haben im März ein gemeinsames Unternehmen gegründet, um zukunftsorientiert ihre ineinandergreifenden Kompetenzen zu bündeln. In der neuen Unternehmung sollen natürliche Energie-, Stoff- und Lebenskreisläufe bedingungslos respektiert und synergetisch genutzt werden. Der Einsatz fossiler Energien oder überregional zu beschaffender Stoffe (Dünger und Pflanzenschutzmittel) soll konsequent vermieden werden.

Die Unternehmer Franz Schreier (ebf GmbH – energy, biosphere, food: Solare Gewächshäuser und Energiemanagement, Aquaponik), Stefan Ruckelshaußen (ingenia Dienstleistung Beratung Management GmbH: Erneuerbare Energien, Ökologische Landwirtschaft, medizinische Kräuter- und Heilpflanzen) und Eric Nürnberger (Fischmaster IP-Services GmbH, Aquakultur, IT-Technologien, regionale Wirtschaftskreisläufe) sind zu gleichen Teilen Gesellschafter der Food & Energy Campus Groß-Gerau Verwaltungs GmbH (F&E). Geschäftsführer der F&E ist Stefan Ruckelshaußen. Die promovierte Agrarwissenschaftlerin Dorothée Klemann ist als Projektleiterin für den landwirtschaftlichen Teil, Mario Holze als Projektleiter für die wirtschaftlichen Belange der F&E verantwortlich.

„Wir wollen die Aquakultur revolutionieren und einen großen Schritt in Richtung Aquakultur 4.0 machen“, sagt Eric Nürnberger. Ziel sei neben dem völlig neuen konzeptionellen Aufbau von Indoor-Anlagen insbesondere auch die Entwicklung eigener Fütterungsmethoden und –technologien. Hin zu ökologischem und artgerechtem Futter, um auf den bislang üblichen Einsatz von Fischmehl verzichten zu können.
Darüber hinaus werden zukünftig der Einsatz Erneuerbarer Energie, der Betrieb von Aquakulturen und Aquaponik sowie der ökologischen Gartenbau systemisch vernetzt.

In einem ersten Schritt soll noch dieses Jahr eine Pyrolyse-Anlage realisiert werden, mit der die Gärreste der Biogasanlage unter zusätzlichem Energiegewinn zu Biokohle umgewandelt werden. Diese Biokohle wird im Weiteren als Medium in den Filteranlagen der Aquakultur eingesetzt und dort mit Nährstoffen und Mikro-Organismen angereichert. Die solchermaßen beladene Biokohle stellt ein sehr nährstoffreiches Substrat dar, das in idealer Weise zur Herstellung von fruchtbarer Erde – auch als Terra Preta oder Schwarze Erde bekannt – geeignet ist. Neben einer deutlichen Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit ist die Herstellung von Terra Preta eine verlässliche Methode der Kohlenstoff-Sequestrierung. Es wird der Atmosphäre CO2 entzogen und nutzbringend, und ohne die mit anderen Methoden verbundenen Gefahren, in den Boden eingelagert. Dies stellt eine der wenigen Möglichkeiten dar, der Klimaerwärmung entgegen zu wirken.

„Durch „Veredelung“ der Gärreste vor Ort werden wir das Verkehrsaufkommen der Region stark entlasten“, erläutert Stefan Ruckelshaußen ergänzend. Was jetzt jährlich 1.000 LKW-Ladungen ausmache, werde zukünftig auf etwa 12 Fahrzeuge reduziert werden. Bislang werden die festen und flüssigen Gärreste auf die Felder in der Region ausgefahren. Zukünftig sollen die flüssigen Gärreste durch Filtertechnologien in reines Wasser und feste Stoffe zerlegt und die Feststoffe dann in der Pyrolyse-Anlage in Pflanzenkohle umgewandelt werden.

Download: PI Gründung FE

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